21. Mai 2015

Ein kleines Meer im Ruhrgebiet

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, das Meer und die Berge sind ja irgendwie heilsam. Nu haben wir im Pott aber kein Meer und keine Berge, sondern nur Seen und Halden, auch wenn es mir spontan widerstrebt, dem Wort "Halden" ein "nur" voranzustellen. Nun denn. Man muss also mit dem arbeiten, was man hat, und an Seen und Halden ist ja auch rein gar nix verkehrt. Jetzt bin ich schon so ziemlich alle Halden rauf und runter geturnt, aber die pottschen Seen hab ich noch lange nicht durch. Und deshalb habe ich jetzt den Ümminger See in Bochum inspiziert.

Also. Der Ümminger See war mir selbst bis vor Kurzem noch gar kein Begriff. Ich kannte in Bochum lediglich den Kemnader See. Und den finde ich irgendwie doof, wenn man mal von der Tatsache absieht, dass man dort mit Schwanentretbooten rumtuckern kann. Jedenfalls saß ich letztens mit Julius im Auto und wir mussten Zeit bis zu unserer Abendverabredung totschlagen. Also hab ich ihn gefragt, ob es nicht irgendetwas in Bochum gäbe, wo er schon immer mal hinwollte. Zu einem See oder so. Und Julius antwortete: "Och joa, zum Ümminger See wollte ich immer mal." Also sind wir da hingefahren. 


Nun wurde das Gelände an diesem Tag zwar von massig alkoholisierten Vatertag-Feierwütigen-Grill-und-Ghettoblaster-Köppen belagert, aber es gelang uns TROTZDEM, die Menschenmassen auszublenden und die Schönheit der Örtlichkeit angemessen herauszufiltern. Das liegt nun nicht an etwaigen Begabungen unsererseits, sondern schlichtweg an der Tatsache, dass der Ümminger See so schön angelegt ist. Und daran, dass die meisten Leute nur im vorderen Bereich herumlungerten, weil sie offensichtlich keinen Bock hatten, Grill und Co. weiter nach hinten zu schleppen. Naja...und am Vorhandensein äußerst entzückender Vogelbabys lag es natürlich auch.


Nun habe ich tatsächlich nicht ein einziges anständiges Foto vom See gemacht. Das ist natürlich etwas doof, wenn man behauptet, dass der Ümminger See ach soviel schöner als sein Kemnader Kollege ist. Tja. Aber das Drumherum hab ich en masse fotografiert. Einfach weil es wirklich abwechslungsreich gestaltet ist. Brücken, Schilf, Bäume, japanischer Knöterich und so. 


Vor allem "und so", denn von Naturgedöns habe ich in natürlich nach wie vor keine Ahnung. Dass es sich bei dem obigen Foto um diesen Knöterich handelt, weiß ich auch nur, weil ich das Bild auf Instagram gepostet habe und eine kompetente Person ihn als solchen namentlich benannt hat. Alle anderen Kommentare beziehen sich indes mehr oder weniger darauf, dass ich auf dem Foto aussehe, als ob man mich beim Pinkeln erwischt hätte...also wenn ich ein Kerl wäre. Den Gedanken verdrängen wir am besten ganz schnell...mit Vogelbabys, natürlich! 


Ich würde diese Vogelbabys ja gerne konkreter benennen, aber ich weiß nicht wie sie heißen. Enten sind das jedenfalls nicht. Und wenn man "so ähnlich wie Enten" oder "große Enten" googlet, kommt da auch nix Anständiges bei rum. (Tja. Dafür kann ich "Ice, Ice Baby" auswendig und mit den Ohren wackeln. Man kann schließlich nicht alles wissen oder können.)


Bötchen fahren kann man auf dem Ümminger See übrigens nicht. Aber dafür kann man auch als Fauli oder mit kleinen Kindern total gut einmal drumherum laufen, denn der See misst nur 10,43 Hektar. Der Baldeysee wartet im Vergleich mit 264 Hektar auf...und dafür muss man natürlich viel länger laufen. 


Warum ich da so doof sitze/gucke, weiß ich auch nicht. Vielleicht hab ich einen Fischreiher gesehen. Die gibt's da nämlich auch. Und eine Rollschuhbahn soll es auch geben. Die haben wir aber nicht gesichtet.

Die Nichtentenbabys haben übrigens wirklich komische Beine und Füße, aber die Füße nennt man Paddel, oder?!


Wie dem auch sei...der Rest, der an den Beinen dran ist, ist jedenfalls weitaus ansehnlicher...


So. Das waren 29 Vogelbabys und ein bisschen See. Reicht für heute.

An dieser Stelle sollte dieser Post eigentlich enden. Tut er aber nicht. Ich bin da nämlich noch mal hingefahren, weil ich es echt zu beknackt fand, hier von einem See zu schwärmen, den ich dann aber auf keinem Foto halbwegs anständig zeige. Also. Der See ist schön. Beweise:


So. Das ist ja nun alles wirklich schön. Aber mal ganz ehrlich: Man darf sich von dieser Schönheit nicht allzu sehr einlullen lassen, weil auf jedem Meter Wiese und Gehweg Vogelkacke liegt. Und da tritt man ständig rein, wenn man in den Sonnenuntergang starrt. Das muss man also schon irgendwie gut koordinieren. Wirklich schlimm fand ich das aber nicht, denn wo Kacke, da Vogelbabyyyyys! Also zumindest zur Zeit am Ümminger See.


Und wenn sich die Eltern der strubbeligen Dröpse dann noch soooo galant in der Szenerie präsentieren, bin ich eh wieder befriedet...


So. Das waren jetzt 36 Vogelbabys und ganz viel See. Mal gucken welches Gewässer ich als nächstes inspiziere. Habt Ihr sachdienliche Hinweise?!

Merke: Japanischer Knöterich ist essbar.
Hab ich aber nicht getestet.

20. Mai 2015

Hach! Pizza-Zöpfe. Oder: Wie ich den Backteufel ausgetrickst habe

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, alles, was aus meinem Ofen kommt und mit Teig zu tun hat, ist ja bekanntlich des Teufels und somit dem Untergang geweiht. Die bisher einzige Ausnahme stellen meine Flammkuchen und meine Currywurstschnecken dar. Nun bin ich ja nicht Super-Küchen-Woman und produziere den dafür notwenigen Teig selbst, sondern kaufe einfach irgendwelche Fertigteigprodukte. Sicher ist schließlich sicher. Und weil das mit den Flammkuchen und Currywurstschnecken so ausgesprochen hervorragend klappt, bin ich letztens übermütig geworden. Ich wollte etwas TOLLERES kreieren. Etwas SCHÖNES. Etwas zum HACH sagen. Und der Fertigteiggott war mir tatsächlich hold.


Nun hatte ich natürlich überhaupt nicht damit gerechnet, dass mein Übermut belohnt werden würde. Und deshalb hab ich von den einzelnen Arbeitsschritten auch nur Handyfotos gemacht, weil ich dachte: Pfff...wird am Ende eh nix. Aber dann hatte ich plötzlich das verehrungswürdigste Etwas kreiert, das jemals meinen Ofen verlassen hat...und stand dann nur mit pisseligen Fotos da. PHÖ! 


Also: Dieses verehrungswürdige Etwas ist ein Ziegenkäse-Zopf. Nicht aber irgendeiiiin Ziegenkäse-Zopf. Nein, nein! Es ist ein Ziegenkäse-karamellisierte-Balsamico-Birnen-Schinkenspeck-Zwiebel-Baslikum-Thymian-Zopf. Und damit wären auch alle benötigten Zutaten gelistet, falls Ihr sie auf Euren Einkaufszettel kritzeln wollt.

Nun zu den einzelnen Arbeitsschritten:

1. Das Zopfgeheimnis liegt in der Form des Teigs. Es handelt sich wie gesagt um popeligen Fertigpizzateig. Den legt man auf die Arbeitsfläche und dann schneidet man ihn zu einem länglichen Oval. Dann ritzt man im immer gleichen Abstand Linien hinein. Zur Mitte hin spart man etwas Platz für den Belag aus.
2. Den Belag schichtet man schön ordentlich. Kann jeder machen wie er mag und eigentlich auch womit er mag. (Die Birnen habe ich geschält, in braunem Zucker angeschwitzt und dann mit weißem Balsamico abgelöscht.)
3. Dann klappt man zunächst die Enden auf beiden Seiten ein, denn über diese Enden wird dann drübergeflochten. Kann ich nicht besser erklären, aber das Bild sollte den Vorgang ausreichend veranschaulichen.
4. Joa. Und dann flechtet man immer schön abwechselnd bis der Zopf ein Zopf ist.

Ich habe seine Durchlaucht bei 210 Grad Umluft in den Ofen geschoben und mich dann ohne Quatsch davor gesetzt, um den Punkt, an dem ich das Schätzchen rausholen muss, ja nicht zu verpassen. Ich habe ihn auch nicht verpasst, aber dafür hab ich nicht auf die Uhr geguckt. Ihr müsst also selber gucken wie lange Ihr den Zopf backen lassen wollt oder könnt.

So. Jedenfalls fand ich den Zopf dann SO schön, dass ich ihn völlig sinnbefreit mit Blümchen verziert und fotografiert habe. Ich glaube, ich wollte ihn einfach irgendwie krönen. Honig hätte es sicherlich auch getan.


Zwei Tage später habe ich dann zwei weitere Zöpfe gebacken und dabei die erste Füllung etwas abgewandelt. Ehrlich gesagt ist diese modifizierte Version echt NOCH leckerer:

Zutaten Variante 1:
Feta, karamellisierte Balsamicobirne, grüne Weintrauben, Honig, Thymian, Balsamico.

Zutaten Variante 2:
Chorizo, getrocknete Tomate, rote Zwiebeln, Oliven, Parmesan, Basilikum.


In meiner Fressgelage-Runde wurde sich dann tatsächlich um das letzte Stückchen gestritten. (Ach so, ich habe die Zöpfe wie Baguette aufgeschnitten...also in kleine Scheibchen.) Dies ist somit als Lekkilekki-Gütesiegel zu verstehen!

Also, bald beginnt die Grill- und Picknicksaison. Und Ihr wisst nun, was Ihr zu tun habt.

Merke: Fertigteig sticht Backteufel!

18. Mai 2015

Lokalpatriotin für stern.de [Video]

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, die Zeit rennt und ich renne ihr mal wieder hinterher. Seit letztem Donnerstag ist das kleine Filmchen, das die lieben Leute von stern.de mit mir gedreht haben, nämlich bereits online und ich habe es Euch noch gar nicht serviert. Und das ändere ich jetzt. 


Aber vorher erzähle ich Euch noch schnell was es mit der ganzen Aktion überhaupt auf sich hat. Alsooo: stern.de sucht Lokalpatrioten. Und deshalb trägt die ganze Chose auch passender Weise genau diesen Namen. Es wird quer durch Deutschland nach l(i)lebenswerten Plätzen fahndet und mitmachen kann jeder, der sein Heimatherz aufm rechten Fleck sitzen hat.


Ihr schickt ein Foto ein. Von Eurer Lieblingskneipe, von der Bank mit der tollsten Aussicht in Eurer Gegend, von Eurem Bäcker, der die besten Brötchen im Angebot hat, von Eurem liebsten Marktschreier, mit dem Ihr immer ein Quätschchen haltet. Oder, oder, oder. Euer Foto muss mit einer persönlichen Begründung einher gehen und erscheint dann auf einer Deutschlandkarte, damit sich jeder, der Interesse an "spannenden" Tipps hat, daran laben kann. Und so sieht das Ganze dann aus:


Und unter allen Teilnehmern werden alle 2 und 5 Wochen unterschiedliche Preise verlost. Genauere Infos findet Ihr HIER.

So. Ich freue mich riesig, dass ich für diese riiiichtig tolle Aktion Pate stehen durfte. Und ich freue mich noch mehr, dass ich in dem Filmchen beim Tauchen gar nicht wie eine verzweifelte Schildkröte oder wie ein schwerstbehinderter Käfer wirke. Lediglich für dieses schreckliche Vorschaubild mit meiner Birnivisage zur Rechten würde ich ziemlich gerne jemanden ermorden. Dieses Bild prangte am Donnerstag übrigens auch in riesengroß auf der Stern-Startseite. (Mittlerweile wurde das gruselige Vorschaubild freundlichster Weise ausgetauscht, aber glaubt mir einfach: schön war anders.) Sagen wir mal so...ich habe es mit Humor genommen und mich ein bisschen über Fees Kommentar dazu amüsiert:


Also...ich habe kein Land geputscht, sondern den Pott gepusht. Und ich bin eeeecht gespannt was Ihr zu dem Filmchen sagt:



Was man in dem Video nicht sieht, ist die deliziöse und äußerst vornehme Currywurst, die ich im Bernepark noch gegessen habe. Dort gibbet in einem alten Maschinenhaus nämlich auch ein Restaurant, in dem man wirklich lecker essen kann. Die Gerichte tragen schön bekloppte Namen wie zum Beispiel "Heißer Klärwerkerschlamm" (Linsensuppe) oder eben "Unser'n Kowalski seine Kalbscurrywurst"...


Versteht dies als höchst seriösen Tipp! 

So. Und jetzt fänd ich es super, wenn Ihr EURE Tipps in die stern-Karte eintragt. Der Ruhrpott ist dort nämlich in Sachen Tipps echt noch nicht gut bestückt. Und das gehört ja wohl geändert, ODER?! Also fühlt Euch maximal angestiftet!

Merke I: Lokalpatriotismus ist guter Patriotismus!

Merke II: Meinen Bericht zum Tauchabenteuer findet Ihr HIER!

11. Mai 2015

Die ehrenwerte Currywurstschnecke

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, ich erfinde ja gerne "Sachen". Leckere Sachen. Sachen, für die es kein Kochdiplom oder so, sondern nur eine Idee braucht. Sachen, die kiki sind. Das Leben ist schließlich schon schwer genug, ne?! 

Hier also in allerdeutlichster Kausalität: Ich habe die Currywurstschnecke erfunden, weil das Leben schon schwer genug ist. Und natürlich ist die Currywurstschnecke lecker. Das haben "Sachen" mit Currywurst nun mal so an sich.


Nachdem ich die Idee nun schon seit Wochen horte, bin ich jetzt endlich zur Tat geschritten und habe ehrlich gesagt gar nicht damit gerechnet, dass sie SO gut funktionieren würde. Aber ich habe es mir auch leicht gemacht. Wieso auch nicht?! Weder der Teig, noch die Currywurstsoße sind selbstgemacht. Es handelt sich also um ein astreines Fertigprodukt-Produkt. Aber das ist in Sachen "kiki" ja durchaus angebracht. Allerdings gilt wie immer: Wer zu viel Zeit hat, kann das auch alles selbst herstellen und unter Umständen - sofern vorhanden - sogar das private Hausschwein schlachten. Für alle Anderen folgt nun meine kiki Anleitung. 

Also erst mal einkaufen. Und zwar das hier:


Und dann geht man folgendermaßen vor:

  • Die Bratwurst wird - wer hätte es gedacht?! - angebraten. 
  • Währenddessen schnibbelt man die getrockneten Tomaten (in Öl ausm Glas) in etwa 2-Cent-kleine Fitzelchen. 
  • Der fertige Pizzateig wird ausgelegt und dann in ca. 5cm breite Streifen geschnitten. 
  • Diese Streifen rollt man zu ner langen, nicht allzu dünnen Schlange. 
  • Dann gibt man die Pottsoße in eine Schale. Das ist wichtig, weil gleich die Tomatenfitzel da schön nacheinander reingetunkt werden.
  • Bratwurst feddich?! Klein schneiden!
  • Dann packt man sich ein Ende der Teigschlange und presst ein Bratwurststückchen dagegen. 
  • Ein Tomatenfitzel wird in die Pottsoße getaucht und neben das Bratwurststückchen gequetscht.
  • Und um diese Anfangskombination dreht man nun in der immer gleichen Abfolge die ganze Schnecke.
  • Es empfiehlt sich, das Prozedere direkt auf Backpapier durchzuführen, da sich die Schnecken nach Fertigstellung andernfalls nur sehr mühsam von der Arbeitsplatte auf das Backblech transportieren lassen werden.
  • Ab in den Ofen und so lange backen bis man "Och, reicht!" denkt.
  • Oregano drüber. Wer mag kann auch zu Chiliflocken oder Currypulver greifen.
  • Feddich!

Dann kann man anderen Menschen mit den Currywurstschnecken getrost eine Freude machen. Und falls man mehr Pizzateig als Bratwurst hat, kann man natürlich auch noch ein bisschen freestylen und mit sagenhafter Pizzagebäckvielfalt auftrumpfen.


Das habe ich getan und den ganzen Krempel nach Bochum gekarrt. Dort bin ich einmal in der Woche zum offiziellen Fressgelage mit Freunden verabredet. Von vier Anwesenden waren zwei Vegetarier. Tja. Pech.


Meine nächste Vision sieht übrigens vor, den Teig vor dem Rollen noch mit Senf zu füllen. Könnte sein, dass das dann zu viel des Guten ist, aber Versuch macht ja immer noch kluch. Und dann werde ich eines Tages mit "Die neue Currywurstküche" zum Kochbuchstar. Und mein Currywurstflammkuchen steht da dann natürlich auch drin. Fehlen nur noch 30-50 weitere Rezeptideen. Irgendwelche inspirierenden Vorschläge?!

Merke: Currywurst geht immer. Immer!

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