24. November 2014

Die Big Ben Theory

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, als ich daaaamals von der Grundschule aufs Gymnasium gewechselt bin, hatten meine Eltern den Einfall, mich mit Latein als erster Fremdsprache auszustatten, weil Latein zum Einen voll schlau macht und weil einem zum Anderen nachfolgend sämtliche romanische Sprachen einfach nur so zufliegen sollten. Das ist zwar nicht verkehrt, aber Französisch ist trotzdem astrein an mir vorbeigeflogen. Das eigentliche Drama bestand jedoch darin, dass unser heimischer TV dann irgendwann zwischen meinem fünften und sechsten Schuljahr plötzlich MTV ausspuckte. Und - ZACK - interessierte mich nichts anderes mehr. Ich klebte nonstop an der Glotze, konnte bald jedes Musikvideo binnen der ersten 2 Sekunden erraten und betrachtete die VJs Rebecca de Ruvo, Steve Blame, Christiane Backer und vor allem den Moderator Ray Cokes als meine höchstpersönlichen Superfreunde. Nur konnte ich meine Superfreunde leider überhaupt nicht verstehen.


Tja. So hockte ich also vor der Flimmerkiste, verstand gerade mal "Hi" und "Bye" und war überzeugt davon, dass ich diese "coole" Sprache schon irgendwie lernen würde, wenn ich einfach mitbrabbeln würde. Ich quasselte somit ständig irgendein Pseudoenglisch vor mich hin, lernte meine ureigenste Version von z.B. Tom's Diner auswendig, in der kein einziges Wort der englischen Sprache tatsächlich auch nur ansatzweise nahe kam, und wartete Tag um Tag sehnsüchtig auf die siebte Klasse, in der mir endlich irgendein Frettchen die heiß ersehnte MTV-Sprache beibringen würde.


Als zum Ende der 6. Klasse dann vor den Sommerferien das erste Englischbuch ausgeteilt wurde, stand ich einige Wochen später auf der Matte des 7. Schuljahres und hatte bereits alle Vokabeln intus. Zu Weihnachten wünschte ich mir das groooße Langenscheidt-Lexikon, mit dem man durchaus hätte jemanden erschlagen können, für den Fall, dass man mal keinen Ziegelstein zur Hand gehabt hätte. Abends lag ich dann mit diesem dicken Schinken im Bett und las darin wie in einem guten Jugendroman. Wörter, von denen ich dachte, dass ich sie mir unbedingt merken müsste, übertrug ich in mein persönliches Vokabelheft und wenn ich in Mathe eine 5 hatte...egal, Karl! Aber bei einer 2+ in Englisch fing ich an zu heulen. Und während Schulfreunde in ihren heimischen Zimmern irgendwelche Bravoposter oder so an die Wände pappten, hingen bei mir Bilder und Zeichnungen vom Big Ben und der Westminster Abbey. 


Man könnte also durchaus behaupten, dass mich damals so ziemlich nichts interessiert hat...außer Musik, Englisch und Kevin aus der Parallelklasse - in den war ich nämlich verknallt. Und in Ray Cokes. 

Aber seien wir mal ehrlich: Mit ein bisschen ollem Schulenglisch im Gepäck versteht man einen Ray Cokes natürlich trotzdem nicht. Und weil dieser Umstand extrem untragbar war, wollte ich zum Ende des 7. Schuljahres unbedingt eine Sprachreise nach England machen. Und so kam es, dass ich während der Osterferien 14 Tage irgendwo in der Nähe von London Englisch pauken durfte. Die Nähe zu London war wichtig, weil an den Wochenenden ein Ausflug dorthin angeboten wurde. Und das war für mich die absolute Krönung.


So. Nun hatte ich mir das so vorgestellt: Ab nach London und schön Big Ben, St. Paul's Cathedral, Westminster Abbey und Co. anbeten. Nur hatten die 30 Asiatinnen, die ebenfalls den Sprachkurs gebucht hatten, eine ganz andere Vorstellung von einem Londontrip. Die wollten nämlich einfach nur total bräsig die Oxford Street rauf und runter laufen.

Ein Skandal, den ich nicht hinnehmen konnte! Also habe ich gebettelt. Und gebettelt. Und gebettelt. Dass man mich doch BITTE alleine rumlaufen lassen möge. Dass ich ganz doll auf mich aufpassen würde. Dass ich ALLES dafür tun würde. Weil ich ansonsten spontan versterben müsste.

Und irgendein Betreuer hat tatsächlich "okay" gesagt! Rückblickend entsetzt mich das ein bisschen, denn ICH würde heute KEINER 14-15jährigen Göre mit einem 3/4 Jahr Schulenglisch im Gepäck erlauben, alleine durch diese krasse Riesenstadt zu turnen. Aaaaber: Ich war damals selig, hatte keine Ahnung von nix, erst recht keinen Stadtplan, aber rannte einfach los.

So. Nun hatte ich damals folgenden genuösen Einfall: "Der Big Ben ist ja GROSS! Den werde ich schon sehen, wenn ich immer nur nach oben gucke..."


Ich habe sehr, sehr viele Stunden nach oben geguckt. Irgendwann lief ich barfuss weiter, weil ich Blasen an den Füßen hatte. Und als ich irgendwann vor mir selbst zugeben musste, mich total verirrt zu haben, sprach ich irgendwelche Leute auf der Straße an. "Sorry...?!" sagte ich. Und wollte mit "Can you tell me the way to Big Ben?!" anschließen. Aber auf mein "Sorry" reagierten diese komischen Engländer immer nur ebenfalls mit "Sorry" und gingen einfach weiter. Dass "Excuse me" das richtige Codewort gewesen wäre, um ein Gespräch zu beginnen, habe ich erst später gelernt.

Nun ja. Ich hatte ordentlich Schiss inne Buxe, aber das war es wert, denn mein beknackter "Nach-oben-guck-Plan" ging tatsächlich irgendwann auf. Und dann stand ich da. An der Themse. Und war stolz. Und hab geheult. Vor Freude. Und vor Erleichterung. Und habe ganz viele schlechte Fotos gemacht.


Seit diesem Erlebnis ist der Big Bin für mich irgendwie heilig. Naja. Oder zumindest etwas ganz Besonderes. Und genau aus diesem Grund habe ich mich letzte Woche in London auch auf nichts so sehr gefreut wie auf den Big Ben. Denn wenn ich auf der Westminster Bridge stehe und ihn ansehe, bin ich wieder 15. Und habe Pipi inne Augen. Vor Freude. Und weil das Leben rast und weil ich mittlerweile schon mehr als doppelt so alt bin. Aber manche Dinge ändern sich zum Glück nie. Die Oxford Street finde ich nämlich immer noch bräsig.   

(Joa. Und warum ich wie letzte Woche schon erwähnt mit einem kleinen Filmteam in London auf Tour war, erzähle ich dann wohl doch erst beim nächsten Mal. Astrein verquasselt!)



Merke: Wo ein Wille ist und so...

Frage: Gibt es ein Gebäude, das für Euch irgendwie heilig ist?!


20. November 2014

Ich bin auf Droge!

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, gestern Abend bin ich mit ner dicken Grippe aus London zurückgekehrt. Jetzt könnte ich mich schön inne Ecke legen, mir die Nase wund putzen und rumjammern, aaaaaber weit gefehlt! Ich bin nämlich auf Droge! Genauer: auf Eichhörnchendroge! Und weil es im Eichhörnchendrogendelirium so schön ist, gebe ich heute erst mal einen (Eichhörnchentrip) aus. (Was ich in London sonst so getrieben habe und warum ich ein kleines Filmteam im Schlepptau hatte, erzähle ich dann die Tage. Eichhörnchenliebe geht eindeutig vor!)

Der Tag startete mit strömendem Regen. Also hab ich mir mein rotes Schirmchen geschnappt und bin ohne große Erwartungen losgedackelt...von den Erwartungen auf nasse Füße mal abgesehen. Und keine Stunde später waren nicht nur meine Füße, sondern auch mein Hintern nass, weil ich im St. James Park dezent hysterisch auf dem Boden rumgerobbt bin. Aber was tut man nicht alles für die zahmsten Eichhörnchen der Welt?!


Ihr müsst Euch das so vorstellen: Mit dem ersten Schritt in den Eichhörnchenhimmel kickte strahlendster Sonnenschein den Regen ins Aus und ich befand mich mit meinem Herbstfetisch plötzlich in einer absoluten Traumkulisse für meinen ersten Eichhörnchenrausch ever! 


Seit Jahren höre ich von Hinz und Kunz, dass man auf deutschen Friedhöfen zahme Eichhörnchen finden könnte. Ihr macht Euch keine Vorstellung davon, wie oft ich schon auf Friedhöfen herumgelungert und Nüsschen durch die Gegend geworfen habe. Aber? Nix da! Keine Eichhörnchen weit und breit. Insofern wurde vorgestern in London wirklich ein kleiner Traum für mich wahr und das sogar ganz ohne Grabesstille. Ich habe nämlich ernsthaft nonstop vor lauter Glück gequiekt...


Man kniet sich hin und schon kommen sie angerannt! So einfach ist das. Fast zu schön, um wahr zu sein. Aber FLINK sind die kleinen Schätzekens! Ich habe locker 300 Fotos gemacht, aber nur eine Handvoll Bilder ist etwas geworden. Allerdings reicht diese Handvoll mehr als aus, um mich jetzt wie eine ehrenwerte Eichhörnchendrogenkönigin zu fühlen.


Nun muss ich zugeben, dass ich tatsächlich nicht anständig vorbereitet war. Ich hatte nämlich keine Nüsschen! Aber zum Glück traf ich im Eichhörnchenhimmel einen liebenswerten, älteren Engländer mit einer Riiiiiiesentüte voller Lockmittel. Und dieser gute Mann hat mich dann entsprechend ausgestattet. Ich glaube, ich habe zu ihm locker 10x "You make me sooooo happy!" gesagt - und das war noch untertrieben...


...denn plötzlich saßen die Eichhörnchen auf meinem Schoß, auf meiner Schulter, auf meiner Tasche und gaben mir einen Nasenschubber! Mein Gesicht habe ich hier größtenteils weggeschnitten, weil ich wirklich wie ein vollkommen glücklicher dämlicher Vollhorst gucke.


Als ich auf meiner FB-Fanpage eins dieser Vollhorstfotos gepostet habe, gab es etwas Gemecker: Das wären die bösen Grauhörnchen, die die viel süßeren Rothörnchen fertig machen würden. Muaaaah. Kann sein. Ich hab gar keine roten Eichhörnchen gesehen und ich möchte meinen Drogenrausch nicht gestört wissen durch solche Details. Deshalb tue ich so, als ob ich diese Bemerkungen einfach - huch - überlesen hätte.


So. Ich glaube, ich war trotz Grippe noch nie so selig und das liegt natürlich nicht nuuuur an meinem Eichhörnchenflash, sondern auch an den vielen anderen tollen Londonmomenten in meinem Köpfchen, aber die muss ich jetzt erst mal gefühlte 100 Jahre lang fototechnisch sortieren. Nur eins sag ich Euch jetzt schon: London im Herbst ist DER HAMMER!


Also so long und bis die Tage! Und falls jemand einen absolut seriösen Ruhrpott-Friedhof-Eichhörnchen-Tipp hat...HER DAMIT! Ich brauche bestimmt bald Drogennachschub...

Merke I: Tier-anfass-Bucketlist fast abgearbeitet.
Jetzt fehlen nur noch Affen.

Merke II: Haus nie wieder ohne Nüsse verlassen.

17. November 2014

3-Zimmerküchebad: Ein Laden, der das Leben schöner macht! {+Verlosung}

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, heute stelle ich Euch ein Geschäft vor, in dem ich bisher bei JEDEM einzelnen Besuch Pipi inne Augen hatte. Ja, ich bin ne alte Heulsuse, aber in diesem Fall gibt es dafür tatsächlich einen sehr, sehr guten Grund - und der heisst Sandra. Sandra kenne ich aus diesem Internet. Dort schreibt sie nämlich den Blog 3-ZimmerKücheBad und stillt die Neugier von Einrichtungsvoyeuren wie mir, indem sie Wohnungen anderer Leute portraitiert und sich mit allen Dingen beschäftigt, die das Leben in den eigenen vier Wänden schöner machen. 

Und seit guten 6 Wochen hat Sandra genau diesen Blog ins echte Leben katapultiert: Mitten in Essen-Rüttenscheid hat sie ein sagenhaft tolles Einrichtungsgeschäft eröffnet, das im Ruhrgebiet wirklich seinesgleichen sucht!


Toller Blog, toller Laden, tolle Sandra. Aber wo bleibt da der Grund zum Heulen?! Um das zu erklären, muss ich kurz etwas ausholen: Sandra ist Mitglied bei den Blogowskis - dem Netzwerk für pottsche Bloggerinnen, das ich vor 2-3 Jahren gegründet habe. Mittlerweile ist dieses Netzwerk viel mehr als ein Netzwerk, denn es ist ein herzliches Miteinander entstanden, das eine gewisse Vetrauensbasis schafft. Wir erzählen uns von kleinen oder großen Erfolgen, doofen Situationen, wichtigen oder schwierigen Schritten und häufig spielt da weitaus mehr mit rein als pure Fakten oder die Suche nach einem konkreten Ratschlag. Wir begleiten uns einfach ein Stückchen und das bedeutet, dass man sich miteinander freut, miteinander zetert, miteinander lacht und auch mal miteinander zittert. 


Irgendwann vor ein paar Monaten kündigte Sandra an, dass sie uns eine Neuigkeit beim Stammtisch erzählen wolle. Wir haben alle rumgerätselt, waren gespannt wie Bolle und als wir dann Wochen später endlich beim Stammtisch zusammenkamen, packte Sandra aus: Sie plane eine Ladeneröffnung! Und dann erzählte sie von ihrem alten Job bei einem großen Konzern, der ihr stresstechnisch ordentlich an die Nieren ging, von der Suche nach IHREM Herzensding, von der Angst, die den Mut begleitet, so etwas Großes anzupacken und von ihren Freunden und ihrer Familie, die von Anfang an "Sandra, das MUSST Du machen! DAS bist DU!" gesagt haben. Und während sie all das erzählte, kamen mir ollen Heulsuse echt die Tränen. Einfach weil ich mich so sehr für sie gefreut habe. Weil ich die Sache mit dem Herzensding so gut nachfühlen konnte und weil ich es schlichtweg so toll finde, dass sie den Mut aufgebracht hat, einen komplett neuen Weg einzuschlagen...mit allen Risiken, Sorgen und Schwierigkeiten.


Und wann immer ich heute in Sandras Laden stehe, kommt genau dieses Gefühl wieder hoch. Weil der Laden einfach so sehr Sandra ist. Weil in jeder Ecke so viel Liebe steckt. Weil man sieht wie der Laden langsam wächst. Weil die Produkte mit so viel Sorgfalt und Geschmack von ihr ausgewählt werden. Weil sie nur das verkauft, was sie auch selbst zu Hause stehen haben wollen würde, wenn sie unendlich viel Platz hätte. Und weil sie hinter der Theke steht und strahlt. Datt is n bisskn wie im Film: Da hat sich jemand einfach einen Traum erfüllt...und das war bestimmt alles Mögliche, aber nicht einfach. Und deshalb sehe ich im 3-Zimmerküchebad Store nicht einfach nur Produkte, sondern etwas, das man fühlen kann.

Hach. Aber bevor ich NOCH pathetischer werde, kriege ich jetzt lieber schnell die Kurve und nehme Euch mit auf einen kleinen Rundgang...


Da Sandras Idee für ihren Laden in ihrem eigenen Blog begründet liegt, war von Anfang an klar, dass er auch genau so heißen sollte. Und aus dem Namen ergab sich dann auch ganz schnell das Konzept: Der Store ist in Bereiche aufgeteilt. Man findet ein Wohn-/Esszimmer, eine Küche, ein Bad, Arbeits- und ein Kinderzimmer - jeweils mit entsprechenden Produkten eingerichtet. Abgerundet wird das Konzept durch ein schönes Angebot aus den Bereichen Papeterie, Bekleidungssccessoires und Schmuck.


Bei der Auswahl der Produkte schwebte Sandra von Anfang an eins vor: Sie wollte genau die Sachen verkaufen, die man im Ruhrgebiet ansonsten eher nur aus dem Internet kennt. All das Haben-will-Zeugs, das man sonst auf dem PC-Bildschirm angeiert und dann meist doch nicht bestellt, weil man online ja letztlich meist eine gewisse Kaufhemmung hat. Schließlich will man diverse Produkte ja auch gerne mal in der Hand gehalten haben ehe man dafür Geld ausgibt. 


Und so befindet man sich im 3-Zimmerküchebad Store wirklich in einem kleinen "Ohhhhh…das kenne ich aus dem Internet!"-Himmel! Ich persönlich bekomme jedenfalls ganz viele Sternchen inne Augen angesichts der tollen Artikel von z.B. Ferm Living, Hay oder Bloomingville. Von Letzterem habe ich Sandra übrigens einen Adventskranz abgekauft. Hier seht Ihr ihn in der Kupfervariante, aber bei mir wird er im Dezember in Mattschwarz auf meinem Esstisch thronen…


Wer nun aber denkt, dass es im 3-Zimmerküchebad Store "nur" Killefitt zu kaufen gibt, liegt vollkommen falsch. Sandra hat auch Möbel im Angebot: Tische, Stühle und Sofas mit klarer skandinavischer Note sind im ganzen Laden so wohnlich verteilt, dass sich überhaupt gar kein klassisches Ausstellungsgefühl einstellt. Und das ist gut so. (Und wenn man etwas von einer der Firmen kaufen möchte, deren Produkte Sandra in ihrem Shop anbietet, kann man natürlich auch über sie bestellen, für den Fall dass das Produkt nicht zu Sandras Vor-Ort-Sortiment gehört.)


Nun hat Sandra erzählt, dass Passanten ab und an noch fremdeln, wenn sie von außen einen Blick in das Ladeninnere werfen. Wahrscheinlich einfach, weil ihr Geschäft gar nicht so geschäftig aussieht. Kann man da einfach reingehen?! Ja, verdammt noch mal! Man MUSS sogar! Alles andere wäre nämlich nicht sehr schlau.


Der eine oder andere Besucher soll sogar mal angemerkt haben, dass es ja noch recht leer in ihrem Laden wäre bzw. dass der Laden noch keine 100.000 Produkte vorhalten würde. Tja. Die Leute mal wieder...

Wenn man als Otto Normalo solch einen Shop eröffnet, kann man ja wohl nicht gleich von 0 auf 100.000 die Angebotspalette hinaufpreschen! Sowas muss wachsen. Und ich will gerne bezeugen, dass dies absolut der Fall ist. In den letzten Wochen habe ich bei jedem meiner Besuche neue Schätzchen entdecken können und Sandra trägt tatsächlich eine massive Teilschuld daran, dass ich meine eigene Wohnung am liebsten entkernen würde, um sie komplett neu einzurichten.


Sind Euch eigentlich die kleinen handbeschrifteten Schildchen aufgefallen?! Auch hier wieder: ganz viel Liebe zum Detail und schöne Einrichtungshinweise...


Auf die drei (weihnachtlichen) Anhänger auf dem folgenden Bild könnt Ihr übrigens schon mal ein Auge werfen! Am Ende dieses Posts darf ich sie nämlich verlosen…


Apropos Weihnachten! Geschenkekaufnot? Könnt Ihr hier beseitigen! Ehrenwort! Für jeden Geldbeutel dürfte etwas dabei sein, um Groß und Klein und allen Köppen dazwischen eine Freude zu machen...


Während ich für diesen Post letzte Woche ein paar Stunden in dem Laden verbracht habe, durfte ich übrigens auch Sandras Vater kennen lernen. Es war so schön zu sehen, wie stolz er auf seine Tochter und "ihr Baby" ist und dass er einfach mit Pizza vorbeikommt, damit Sandra was im Magen hat...


Vielleicht sind das private Details, die gar nicht in solch einen Blogpost gehören, aber ganz ehrlich: Hinter Geschäften steht so viel mehr als einfach nur eine Produktpalette. Da steckt so viel Arbeit, Herzblut und Hirnschmalz drin und genau das hat man viel zu selten im Sinn, wenn man durch Geschäfte stromert. Deshalb: Wenn Ihr Sandras 3-Zimmerküchebad Store Eure Aufwartung macht (und darum bitte ich ausdrücklich!), dann sagt Ihr ruhig einfach mal, dass Euch der Laden gefällt (und davon gehe ich natürlich aus!). Sandra strahlt dann bestimmt über beide Ohren und Eurem Karma tut es sicher auch gut, was Nettes anstatt zum Beispiel einfach nur "Ey, gibt's hier auch Gießkannen?! Ne? Tschüss!" zu sagen.

Ihr merkt es schon, dieser Post liegt mir am Herzen. Weil der Laden wirklich toll ist. Und weil Sandra wirklich toll ist. Und damit schließt sich der Kreis. Ich freue mich riesig, dass es ihr Geschäft nun im Ruhrgebiet gibt, denn so etwas hat hier bislang wirklich gefehlt!

So. Und jetzt ran an die Gewinne:


Die drei Anhänger gibbet hier und heute im Paket zu gewinnen. Soll heißen: Nix drei Anhänger und drei Gewinner, sondern drei Anhänger und ein Gewinner. Verratet mir per Kommentar was Ihr mit den Anhängern anstellen würdet. Welchen Raum oder welche Ecke sollen sie zieren? Würdet Ihr sie zu Weihnachten aufhängen oder sind sie viel zu schön, als dass sie für die restlichen 11 Monate des Jahres in einer Kiste auf ihre Glanzzeit warten müssten? Los, erzählt mal...UND beachtet die wie immer freundlichen Teilnahmebedingungen:

  • Ihr müsst meine werte Frage (siehe oben) pflichtschuldig beantworten.
  • Volljährige können mitmachen, Minderjährige müssen ihre Eltern anstacheln.
  • Der Rechtsweg ist total ausgeschlossen.
  • In der Lostrommel landen nur all diejenigen, die einen Kommentar samt MAILADRESSE hinterlassen. Eine Verknüpfung zum eigenen Blog oder zu einem google+ Profil reicht an dieser Stelle nicht aus!
  • Facebook-Kommentare werden nicht berücksichtig.
  • Die Verlosung endet am 24.11. um 11:24 Uhr.
  • Ihr erklärt Euch einverstanden, dass ich Sandra im Falle des Gewinns Eure Postanschrift mitteile, damit sie die Anhänger zu Euch auf den Weg schicken kann.

So. Und wenn Ihr das Herz aufm rechten Fleck habt, dann erzählt Hinz und Kunz und Jan und Mann mal vom 3-Zimmerküchebad Store...oder teilt bzw. twittert diesen Post, damit Sandra ab sofort ordentlich die Bude eingerannt wird. Das würde mich wirklich unheimlich freuen!


3-Zimmerküchebad
Annastraße 51
45130 Essen


Merke I: 3-Zimmerküchebad könnt Ihr natürlich auch auf Facebook folgen:

Merke II: Am 4.12. nimmt der 3-ZKB Store am Rüttenscheider 
Late Night Shopping teil. 

Merke II: Es stehen noch die Gewinner meiner nice nice nice Verlosung aus!
Hier sind sie:
Ein Kissen geht aaaaaan…Gesa von Liebenlachengenießen!
Ein Paar Socken geht aaaaaan…Marianne Chaosbienie!
Herzlichen Glüüüüückwuuuunsch!





13. November 2014

Das sagenumwobene schöne Leben

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, vor bald 6 Jahren bin ich nach ein paar Exiljahren in Stuttgart, Münster, Bonn und Braunschweig wieder an die pottsche Heimatfront zurückgekehrt. Zurück im Ruhrgebiet kannte ich hier kaum eine Wurst, hockte ganz viel auf meinem Sofa rum und fand mein Leben und mich ziemlich blöd. Sollte das schöne Leben doch bitte gefälligst an meiner Wohnungstür klingeln und mich mit Glück en masse versorgen!

Joa. Ist nicht passiert.

Dann habe ich heimatPOTTential gestartet. Nicht, um mir irgendein "Glück" zu angeln oder um dem schönen Leben auf die Schliche zu kommen. Ich wollte einfach nur schreiben. "Mein Ding" machen - und zwar ohne zu wissen, was eigentlich mein Ding ist. Das Wörtchen heimatPOTTential hatte ich mir mal ursprünglich für ein Fotoprojekt mit Jugendlichen ausgedacht, das allerdings nie zustande kam. Und da ich das Wörtchen zu schön fand, als dass ich es hätte in meinem Hinterstübchen verschimmeln lassen wollen, habe ich dann diesen Blog so getauft, ohne überhaupt große Pott-Missionen auf dem Schirm zu haben. Das hat sich dann einfach irgendwie so ergeben und plötzlich merkte ich: "Huch! Datt macht ja Spaß!" und "Huch! Ist das etwa dieses sagenumwobene schöne Leben?".



Nun blogge ich hier seit etwa 3,5 Jahren und mein Leben hat sich um 180 Grad gedreht. Ich habe gelernt, Lebensfreude zu...äh...generieren. Ich habe gelernt, dass man mehr riskiert, wenn man nichts riskiert. Ich habe meine Heimat neu entdeckt und jede Hemmung verloren, mich auch mal alleine auf den Weg zu machen, um etwas Schönes zu erleben. Wäre ich vor ein paar Jahren noch vor lauter Scham im Erdboden versunken, wenn ich irgendwo alleine hätte essen gehen müssen, sitze ich heute vor einem leckeren Schnitzelteller unter lauter Fremden im Restaurant und denke mir "Egal, Karl!" - außerdem habe ich ja immer meinen Kumpel - die Kamera - dabei. Und Fotos machen zu wollen, rechtfertigt vieles. Ob einen Schnitzelteller all by yourself, komische Verrenkungen im Matschboden oder Konfettispökes auf Halden. Alles für die Kunst! Naja...in Wahrheit alles für den Spaß!


Blibalblub, was ich aber eigentlich sagen wollte, ist Folgendes: Weil ich nun hier schon mehrere Jahre durch den Ruhrpott hample, denke ich zwischendurch immer mal wieder "Naja, irgendwie hab ich doch schon alles gesehen!" - aber das ist QUATSCH! Alle paar Tage stolpere ich über einen tollen Ort, ein schönes Geschäft, einen etwaigen Geheimplatz, eine großartige Schaukel mit Aussicht oder über ein spannendes Restaurant. Und auch, wenn ich wirklich schon viel gesehen und gemacht habe, ist die Muss-noch-gesehen-oder-gemacht-werden-Liste - von spontanen Entdeckungen mal abgesehen - echt noch lang. Und vor zwei Wochen habe ich endlich mal den Botanischen Garten in Bochum erkundet. Joa. Bisskn lange Einleitung für so einen kleinen Satz, ne?! Aber immerhin ist der Botanische Garten groß und auf jeden Fall eine anständige Erkundungstour wert...


Nun macht der gute Garten in Herbst und Winter schon um 17 Uhr zu. Von daher war die Zeit recht knapp und die Vegetation aufgrund der Jahreszeit auch nicht allzu üppig, aber so'n paar schnieke Blätter reichen im Herbst ja schon aus, um mich zu begeistern...


Am besten gefallen hat mir eindeutig der asiatische Bereich, der wirklich mit viel Liebe zum Detail angelegt ist. Dort kann man übrigens dicke Kois anfassen. Soll man bestimmt nicht, aber kann man theoretisch trotzdem. Naja, und praktisch auch...wenn keiner guckt.


Ich war letztens übrigens auch mal im Bochumer Tierpark. Allerdings zu Halloween und dann war es schon dunkel...also nix Fotos. Und da muss ich jetzt auch noch mal im Hellen hin. Dort hat jetzt auch ein neues Restaurant eröffnet. Also vor dem Park, nicht mitten drin - und das sah von außen schon zieeeemlich super aus. Vielleicht gibbet also demnächst noch einen Bericht à la "Erdmännchen und Franz Ferdinand"?! Das Franz Ferdinand nennt sich übrigens einen Sehnsuchtsort und allein schon die Website ist ein echter Knaller. Guckt mal: KLICK!

Öhm, aber zurück zum Botanischen Garten. Da gibbet zwar keine Erdmännchen - zumindest habe ich keine gesehen - aber Hummelgefummel kann ja auch was…


Und ansonsten hab ich dort im Wesentlichen nur das gemacht, was ich im Herbst eigentlich die ganze Zeit mache: Schöner Blätter suchen und durch die Gegend schleppen. Und weil ich ja so ein krasser Fashion-Blogger bin, kann ich an dieser Stelle ruhig auch noch erwähnen, dass es den Loop, den ich auf den Bildern trage, nicht zu kaufen gibt. Den hat mir die liebe Stephie, die früher auf Roboti liebt gebloggt hat, gehäkelt. Das gute Ding würde ich höchstens gegen einen Umzug von Stephie ins Ruhrgebiet eintauschen - aber bis dahin sind der Loop und ich unzertrennlich. Man kann in ihm übrigens auch ganz toll Essensreste sammeln. Oder Blätter. Voll praktisch.


Und die Moral von der Geschicht? Im Pott is immer noch schön, Blätter sind toll und das Leben ist eigentlich ganz in Ordnung, wenn man nicht am Sofa klebt, sondern einfach mal gucken geht. Nächste Woche gehe ich mir übrigens mal das Leben in London angucken. Da war ich schon seit 15 Jahren nicht mehr, was ein Skandal ist, wenn ich bedenke, dass London früher immer meine absolute Lieblingsstadt war…

Also Glück auf und so long!

Merke: Habe Interstellar im Kino gesehen. Während der Rest der Welt
begeistert zu sein scheint, sage ich: PLÖD, PLÖD, PLÖD!

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