14. Juni 2013

Der Tatort und das Dackelkissen

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, ich schulde Euch - oh, Schande! - noch einen Aufklärungsbericht. Zwar hatte ich letztens schomma irgendwann angedeutet, dass ich...


...verspeisen durfte, aber ich alte Geheimniskrämerin hatte noch nicht verraten, wo genau ich denn in diesen Superlativen-Genuss gekommen bin. Das geht natürlich nicht! Deshalb ohne lange Umschweife: Mein bisher leckerstes Essen des Jahres habe ich hier serviert bekommen:


So. Für alle Unwissenden: Der Tatort läuft also nicht nur im Fernsehen, sondern hat auch einen Sitz in Essen-Rüttenscheid...und zwar genau hier:


Und der Tatort heißt Tatort, weil er ein Motiv hat: nämlich das Kreieren außergewöhnlicher saisonaler Speisen. Das klingt natürlich sehr genehm und dürfte sich als Tatsache per se mindestens einer ebensolchen Beliebtheit erfreuen wie der Tatort in der ARD. Apropos außergewöhnlich:


Das Restaurant hat Kräuter auffe Fensterbänke stehen. Ich mag Kräuter auf Fensterbänken und ich mag angemackte Holztische, die aussehen, als ob schon ganze Generationen von Pottköppen an ihnen getafelt und gelebt hätten...


An genau so einem Exemplar sitze ich und warte. Und warte. Auf meinen Vater. Denn mit ihm bin ich zur Tatortbegehung verabredet. Also kippe ich mir einen leckeren Wein hinter die Binde nippe ich damenhaft an meinem Weinglas und bekomme doch tatsächlich etwas zu lesen gereicht!


Wie super ist das denn?! Ich habe schon öfter wartend irgendwo rumgesessen und an Gläsern genippt, aber noch nie hat man mir etwas zu lesen gereicht! Erst recht nix, das sogar noch zu meinem Ruhrpott-Fimmel passt! Ich bin entzückt.

Entzückt bin ich übrigens auch von den Dackel- und Flamingokissen, die so manche Bestuhlung im Restaurant zieren. Und noch ehe mein Vater eintrudelt, freue ich mich doch tatsächlich auf seinen Hintern auf einem Dackelkissen. Aber das ist vielleicht nur meinem seltsamen Humor geschuldet.


Dann ist es soweit. Vadders Allerwertester thront endlich auf besagtem Kissen und wir nehmen die Speisekarte in Augenschein. Eigentlich ist die Speisekarte gar keine Speisekarte, sondern ein Klemmbrett im "schon seit 30-Jahren-in-Gebrauch"-Look (ich hätte auch "im angesagten Used-Look" schreiben können, aber das klingt doch recht bescheuert) mit einem übersichtlichen Speisenangebot in Schönschrift.


Joa. Mojostampf? Dingens El Hanout-Mayo? Trüffelcoulis? Ich komme mir augenblicklich vor wie ein Gourmetbanause. Aber es gibt Schlimmeres. Während wir noch überlegen welcher Köstlichkeit wir uns verpflichten wollen, bezieht der Tatort-Inhaber David Tappeser an unserem Tisch Position und legt auf die Speisekarte nomma einige Leckereien oben drauf. Im Tatort gibt es nämlich grundsätzlich nicht nur das, was auf der wechselnden Speisekarte steht, sondern zusätzlich auch noch einige LekkiLekki-Geheimnisse aus der Küche. 

Ich bin großer Verfechter von Küchengeheimnissen, aber ich habe mich bereits in ein Gericht auf der Karte verguckt. Dem Vater gehts genauso. Also bestellen wir und lassen unsere Mägen vorfreudig knurren.

Wir hätten übrigens auch draußen Platz nehmen können...auf Holzgebänk unter Kuscheldecken bei Kerzenlicht...



...aber drinnen isset auch schön und so verweilen wir in unserem frostbeuligen Langarm-Partner-Look lieber im Warmen...



...und freuen uns über Grüße aus der Küche, in der Mitinhaber Jean Mathis am Werke ist. Anstoßen mit geeisten Gurkensüppchen?! Abba sicha! Prost!


Geht immer: Brot. Erst recht, wenn es noch warm ist und duftet wie nur warmes Brot duften kann.


Und dann isset soweit: Unser Essen wird serviert und sieht auf den Tellern tatsächlich noch leckerer aus als es auf der Speisekarte klingt:


Von meinem gebratenen Kalbsrücken nebst Spargelrisotto und Schalottenjus bin ich spontan derart beeindruckt, dass ich dem Spargel mit der Kamera vor lauter Aufregung die Köpfe abhacke:


Und die Königsdorade mit Scampi, lauwarmem Salat und Drillingskartoffeln hätte ich meinem Vater am liebsten komplett vom Teller gemopst. Aber so wie ich ihn kenne, wäre ich damit nicht durchgekommen.


So. Kein großes Gequatsche, sondern schlichtweg die Wahrheit: Das war das Leckerste, was ich bisher in diesem Jahr gegessen habe. Großes Ruhrpott-Ehrenwort. Und jetzt hier bloß kein Mimimimimi wegen der Preise. Das Preis-Leistungs-Verhätnis stimmt. Nochmal: großes Ruhrpott-Ehrenwort! Und der Rest ist Schweigen.

Naja, eine kleine Weisheit geht noch:



Merke I: Vielleicht demnächst mal vorm Tatort-Gucken im Tatort einkehren?!

Merke II: Am 15.+16.6. findet auf Zeche Zollverein

Merke III: Bloggerin Inga braucht Hilfe!
Und hat den Mut, hier darum zu bitten.


11. Juni 2013

Ein Angriff auf mein Idyll

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, am Wochenende war ich ganze 51,5 Stunden auf der Arbeit eingekerkert. Nein, kein Tippfehler. Und weil man vom Eingekerkert sein bescheuert wird, muss man etwas dagegen unternehmen...also gegen das Bescheuertwerden. Und Ihr ahnt es vielleicht schon...mein Allheilmittel gegen alles und nix?! Richtig, ab auffe Halde und eine Dosis Sonnenuntergang tanken.


Nun habe ich zugegebenermaßen sehr rigide Vorstellungen von mir und Halden und Sonnenuntergängen. Ich erwarte Stille, Einsamkeit, Panorama, Pottwind umme Nase...ach...nennen wir es einfach Idyll. Ich erwarte Idyll! Und zwar so:


"So" dauerte aber gestern Abend nur ca. 2 Minuten. Es hatten sich nämlich tatsächlich auch noch andere Menschen erdreistet, die Halde Rheinelbe zu erklimmen. Pfff. Ich glaub, et hackt!


So. Nun hatten diese Menschen Getränke dabei. Und Handys. Und Kameras. Und  (ganz besonders fatal:) Kommunikationsbedarf. 

Ich sachet wie et is: Es handelte sich um einen astreinen Angriff auf mein Idyll! Ich war natürlich schwer entrüstet und wollte mich schon unter ommahaftem Schnauben beleidigt vom Haldenacker machen,...


...als mir eine zugegebenermaßen genuöse (Privatsteigerung von genial) Idee kam: Wenn Hinz und Kunz schon die Halde bevölkern, dann doch wenigstens so, datt et nach watt aussieht! 

Also, Haltung einnehmen, wenn ich bitten darf!

Ich durfte:









Tja. Wer kann da schon noch groß über den Verlust eines etwaigen Idylls schimpfen?! Also ich beim besten Willen nicht! Herzlichen Dank an alle, denen ich mit meiner Kamera unbekannterweise auf die Pottpelle rücken durfte.

Und als wäre das nicht alles schon toll genug gewesen, bin ich auf dem Weg nach unten auch noch an einem Traum von einer Riesenpfütze vorbeigedackelt. Fee, guck mal! Triple-Hach, oder?!




Merke I: Halde gut, alles gut.

Merke II: Pfütze besser, alles besser.

Merke III: Wo genießt Ihr den tollsten Pott-Sonnenuntergang?
Habt Ihr Tipps für mich?!


6. Juni 2013

Warum man mich nicht mitten in der Wüste aussetzen könnte

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, ich weiß nicht wie es Euch geht, aber manche Dinge lernt man ja erst mit den Jahren zu mögen: in meinem Fall z.B. Wirsing oder Leonardo DiCaprio. Und manche Dinge mag man hingegen schon seit eh und je: z.B. Mixtapes und Fragebögen.

Und weil ich zufällig auch Frau Ninia la Grande mag und sie mich aufgefordert hat, den momentan in der Blogwelt kursierenden "This is how I work"-Fragebogen auszufüllen, lasse ich mich nicht lange, sondern sehr gerne bitten.

Und los geht's:

Welcher Bloggerinnen-Typ bist Du?

Wahrscheinlich sollte ich hier "Regional-Bloggerin" antworten?! Antworte ich aber nicht. "Heimat-Bloggerin" fühlt sich schon richtiger an...aber  vielleicht auch nur, weil Nomen in diesem Fall wirklich total omen est. Viel wichtiger als irgendwelche Typisierungen ist mir allerdings der Spaß anne (Blog-)Freud! 

Und deshalb haben Ricarda und ich zuuufällig (huch!) einen entsprechenden BLOGST-Workshop ausgeklüngelt:


Ja, Werbung in eigener Sache...und das auch noch SO dezent! Mehr Infos gibbet hier. Noch sind ein paar letzte Plätzchen frei...vielleicht mag sich ja auch der/die eine oder andere von Euch auf einen lustigen Schlaumeier-Tag mit uns einlassen? Ich würde mich freuen!

Welche Gerätschaften (digital) benutzt Du?

Guckst Du...

Nicht im Bild: Meine Canon EOS 650D. Sie hat freundlicherweise das Foto gemacht.

Welche analogen Gerätschaften hast Du in Gebrauch?

Diese Frage paare ich mit: 

Beschreibe Deine Arbeitsweise.

Man nehme eine heldenhafte Gesinnung, die richtige Einstellung und Zeit.
Vieeeel Zeit.
Das Salz in meiner Suppe Die Kohle in meinem Bergwerk:
Killefitt a.k.a. Wunderkerzen, Maskengedöns, Seifenblasen, dezente Gesichtsmode.
Nicht wegzudenken: Meine weltschönste Zechenfetisch-Lomo-Kamera aus dem DIY-Hause Fee und  meine Visitenkärtchen, damit Hinz und Kunz bei Bedarf auch wissen, was die komische Frau mit der großen Brille denn mit den Fotos von ihnen anstellen wird. Ferner: Ein Schlückchen in Ehren und meine Ruhrpott-Stempel-Sammlung.
Sollte in keinem Nähkästchen fehlen: eine formidable Geräusche-Maschine! Außerdem schleppe ich immer irgendwelche Postkarten mit mir rum, damit ich sie für Fotos bei Lust und Laune ins Bild halten kann. In meinen Blogkalender schreibe ich nix rein (...das untergraben meine digitalen Gerätschaften), aber er existiert immerhin. Sehr wesentlich im Leben allgemein: das richtige Schuhwerk. Aber eigentlich wollte ich hier meine Brillen-, Kamera- und Screenputztücher zeigen, die so groß sind, dass meine Arbeitskollegen sie zärtlich "Schlüppi" nennen. Ohne gehe ich nicht ausm Haus!
Als Halden-Fetischistin brauche ich natürlich einen schlauen Haldenführer. Überhaupt...Fachliteratur...unverzichtbar! 
Ebenfalls unabkömmlich: eine angemessene Transportkultur für das ganze Gedöns. 
Der Gameboy hat mit der Fragestellung eigentlich rein gar nichts zu tun. 
Ich wollte ihn einfach nur gerne...äh...zeigen, weil er so...schön ist.

Welche Tools benutzt Du zum Bloggen, Recherchieren und zur Bookmark-Verwaltung?

Total unspektakulär: Suchmaschinen, Twitter, Instagram, Foto-Bearbeitungsprogramme (Picmonkey, Befunky und Picasa sowie zig Apps) und das altmodische Tool "Buch". Verwaltung ganz online-profan per Lesezeichen und offline-profan mit Knick in Seite. Ferner: Feedly und Bloglovin. Vom Google Reader habe ich mich bereits verabschiedet. (Bisskn langweilig...die Frage.)

Wo sammelst Du Deine Blogideen?

Im Kopf. Allerdings habe ich zu Anfang des Jahres eine Liste erstellt mit Orten, Geschäften oder Restaurants, die ich theoretisch dann abklappern würde, wenn sonst nix ansteht. Es steht aber immer was an und ich hechel der rennenden Zeit hinterher.

Was ist Dein bester Zeitspar-Trick/Shortcut fürs Bloggen/im Internet?

Gibbet nicht. Von nix kommt nix und von wenig kommt wenig.

Benutzt Du eine To-Do-List-App?

Nö.

Gibt es neben Telefon und Computer ein Gerät, ohne das Du nicht leben kannst?

Ich könnte jetzt lügen. Ich würde jetzt sogar gerne lügen, denn ich wäre gerne eine coole Sau, die man (mit einem Wasserträger) jederzeit gut und gerne mitten in der Wüste aussetzen könnte, ohne dass ich mit der Wimper zucke. Aber in der Wüste gibt es keinen Strom. Wo schließe ich denn da bitte mein Glätteisen an?! 


Und wenn es in der Wüste nicht so warm wäre, bräuchte ich dort als Rückenkrüppelchen auch sehr dringend mein Heizkissen. Ja, im Ernst. Obwohl...meine Sitzheizung wäre auch genehm und die befindet sich ja praktischer Weise in meinem Auto. Außerdem: Wenn ich ein Auto hätte, bräuchte ich keinen Wasserträger. Hm, das ist wirklich eine schwierige Frage.

Gibt es etwas, das Du besser kannst als andere?


Vielleicht POTTsport in den Diziplinen Hoch-, Weit-, Halden- und Beklopptsprung?!

Was begleitet Dich musikalisch beim Bloggen?

Sobald ich tippe, begleitet mich Stille. Ich neige dazu, Musik im Kopf mitsingen zu müssen...und dabei kann sich ja keiner konzentrieren. Aber während ich Fotos bearbeite, ist Musik gestattet. Zum Beispiel diese hier:




Was ist Dein Schlafrhythmus - Eule oder Nachtigall Lerche?

Ich bin eine Nachteule im Berufstätigkeitszwangsgewand einer Lerche. Außerdem hauen mich meine Schlachtschiff-Katzen an freien Tagen in aller Herrgottsfrühe gnadenlos aus der Koje.

Eher introvertiert oder extrovertiert?

Introvertiert. Sehr.

Wer sollte diese Fragen auch beantworten?

Ich reiche den Stab weiter an die liebe Nike, deren Herz immer so schön tanzt, und an das bezaubernde Nerdmädchen Frau Hoelle aus Kölle.




Der beste Rat, den Du je bekommen hast?

Kam vom Vater: "Ich kann, weil ich will!"...gilt für alles...außer für Mathe. 

Noch irgendetwas Wichtiges?

Nö.

Merke I: Der (Berg-)Mann auf dem reizenden Foto neben mir ist Ben Hermanski.
Herr Hermanski hat nicht nur einen wundervollen Namen, sondern auch eine tolle Stimme
und eine Gitarre. Und zusammen klingt das dann -> so.
Ich bin Fan...auch auf Facebook!

Merke II: Ninia la Grande ist eine wunderbare Poetry Slammerin und glaubt,
dass der Stecker NEBEN der Steckdose den Strom riechen kann und Hunger kriegt.
Genau wie Ninia, wenn sie Mett riecht.
Das finde ich einleuchtend. Was sie sonst noch so glaubt, hört Ihr -> hier.
(Echt jetzt, ANHÖREN...Ninia ist SO SUPER!)




4. Juni 2013

Asche und Wurst und Kakao. Ach ja...und Berlin.

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, ich bin beleidigt. Mit mir selbst. Das klingt komisch, ist aber trotzdem so.


Seit jeher mache ich all meine Fotos mit meiner Spiegelreflexkamera im Automodus. Wann immer man mir irgendwelche manuellen Tipps geben möchte, stellt mein Gehirn auf Durchzug (...man beachte die Formulierung! ICH kann da nämlich gar nichts für!) und will einfach nur weiter vollkommen impulsgesteuert Fotos, Fotos, Fotos und nooooch mehr Fotos machen. Nicht weil ich denke, dass viel viel hilft, sondern weil ich einfach die gefühlten Momente festhalten möchte...und derer gibt es an so einem x-beliebigen Tag nun mal recht viele. Und wenn ich mir erst noch überlegen muss, welcher Modus zu diesem oder jenen Moment passt...pfff...dann isser doch vorbei...der Moment!

So. Nun habe ich kürzlich irgendwo gelesen, dass Automodus-Fotografen doof seien. Na gut, das war weitaus geschickter formuliert...aber unterm Strich stand das da!

Natürlich fühlte ich mich bei meiner Ehre gepackt. Und so beschloss ich, ab sofort ein großartiger Manuellmodus-Fotograf zu werden zu sein. Selbstverständlich OHNE mir da irgendwelche Schlauheiten anzulesen. Ich wollte wie Phoenix aus der Automodus-Asche steigen und von meinem eigenen Spontan-Können begeistert sein.


Joa. Hat nicht geklappt.

Und weil ich das ausgerechnet in Berlin ausprobieren musste und nun mit über 800 dezent unscharfen und/oder überbelichteten Fotos hier rumhocke, bin ich beleidigt. Mit mir selbst.

Also hab ich das einzig Mögliche getan, um das Elend noch halbwegs zu retten: Ich hab die ganzen Bilder durch den Filter-Kakao gezogen. Aber die Kakao-Bilder fand ich dann noch dööfer. Und war folgerichtig noch beleidigter. Also hab ich den Filter wieder rausgewaschen...aus fast allen Bildern. Und weil mich das alles so genervt hat, habe ich dafür fast ewig gebraucht. Und umgekehrt.

Abba jetzt is ma gut!

Bitte schön: Fee und ich und Berlin und Touri-Gedöns und Riesenseifenblasen und Spatzen auf Kanonenrohren...naja, fast:













































Merke I: Nicht mehr wie Phoenix aus irgendwelchen Aschen steigen wollen.

Merke II: Kein Duckface mehr in Videos machen!!! (Mannmannmann...)


Merke III: Wenn man verspricht, dass es im nächsten Blogpost Wurst gibt,
muss es auch Wurst geben! Also...hier...WURST:


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