Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, ich schulde Euch - oh, Schande! - noch einen Aufklärungsbericht. Zwar hatte ich letztens schomma irgendwann angedeutet, dass ich...
...verspeisen durfte, aber ich alte Geheimniskrämerin hatte noch nicht verraten, wo genau ich denn in diesen Superlativen-Genuss gekommen bin. Das geht natürlich nicht! Deshalb ohne lange Umschweife: Mein bisher leckerstes Essen des Jahres habe ich hier serviert bekommen:
So. Für alle Unwissenden: Der Tatort läuft also nicht nur im Fernsehen, sondern hat auch einen Sitz in Essen-Rüttenscheid...und zwar genau hier:
Und der Tatort heißt Tatort, weil er ein Motiv hat: nämlich das Kreieren außergewöhnlicher saisonaler Speisen. Das klingt natürlich sehr genehm und dürfte sich als Tatsache per se mindestens einer ebensolchen Beliebtheit erfreuen wie der Tatort in der ARD. Apropos außergewöhnlich:
Das Restaurant hat Kräuter auffe Fensterbänke stehen. Ich mag Kräuter auf Fensterbänken und ich mag angemackte Holztische, die aussehen, als ob schon ganze Generationen von Pottköppen an ihnen getafelt und gelebt hätten...
An genau so einem Exemplar sitze ich und warte. Und warte. Auf meinen Vater. Denn mit ihm bin ich zur Tatortbegehung verabredet. Also kippe ich mir einen leckeren Wein hinter die Binde nippe ich damenhaft an meinem Weinglas und bekomme doch tatsächlich etwas zu lesen gereicht!
Wie super ist das denn?! Ich habe schon öfter wartend irgendwo rumgesessen und an Gläsern genippt, aber noch nie hat man mir etwas zu lesen gereicht! Erst recht nix, das sogar noch zu meinem Ruhrpott-Fimmel passt! Ich bin entzückt.
Entzückt bin ich übrigens auch von den Dackel- und Flamingokissen, die so manche Bestuhlung im Restaurant zieren. Und noch ehe mein Vater eintrudelt, freue ich mich doch tatsächlich auf seinen Hintern auf einem Dackelkissen. Aber das ist vielleicht nur meinem seltsamen Humor geschuldet.
Dann ist es soweit. Vadders Allerwertester thront endlich auf besagtem Kissen und wir nehmen die Speisekarte in Augenschein. Eigentlich ist die Speisekarte gar keine Speisekarte, sondern ein Klemmbrett im "schon seit 30-Jahren-in-Gebrauch"-Look (ich hätte auch "im angesagten Used-Look" schreiben können, aber das klingt doch recht bescheuert) mit einem übersichtlichen Speisenangebot in Schönschrift.
Joa. Mojostampf? Dingens El Hanout-Mayo? Trüffelcoulis? Ich komme mir augenblicklich vor wie ein Gourmetbanause. Aber es gibt Schlimmeres. Während wir noch überlegen welcher Köstlichkeit wir uns verpflichten wollen, bezieht der Tatort-Inhaber David Tappeser an unserem Tisch Position und legt auf die Speisekarte nomma einige Leckereien oben drauf. Im Tatort gibt es nämlich grundsätzlich nicht nur das, was auf der wechselnden Speisekarte steht, sondern zusätzlich auch noch einige LekkiLekki-Geheimnisse aus der Küche.
Ich bin großer Verfechter von Küchengeheimnissen, aber ich habe mich bereits in ein Gericht auf der Karte verguckt. Dem Vater gehts genauso. Also bestellen wir und lassen unsere Mägen vorfreudig knurren.
Wir hätten übrigens auch draußen Platz nehmen können...auf Holzgebänk unter Kuscheldecken bei Kerzenlicht...
...aber drinnen isset auch schön und so verweilen wir in unserem frostbeuligen Langarm-Partner-Look lieber im Warmen...
...und freuen uns über Grüße aus der Küche, in der Mitinhaber Jean Mathis am Werke ist. Anstoßen mit geeisten Gurkensüppchen?! Abba sicha! Prost!
Geht immer: Brot. Erst recht, wenn es noch warm ist und duftet wie nur warmes Brot duften kann.
Und dann isset soweit: Unser Essen wird serviert und sieht auf den Tellern tatsächlich noch leckerer aus als es auf der Speisekarte klingt:
Von meinem gebratenen Kalbsrücken nebst Spargelrisotto und Schalottenjus bin ich spontan derart beeindruckt, dass ich dem Spargel mit der Kamera vor lauter Aufregung die Köpfe abhacke:
Und die Königsdorade mit Scampi, lauwarmem Salat und Drillingskartoffeln hätte ich meinem Vater am liebsten komplett vom Teller gemopst. Aber so wie ich ihn kenne, wäre ich damit nicht durchgekommen.
So. Kein großes Gequatsche, sondern schlichtweg die Wahrheit: Das war das Leckerste, was ich bisher in diesem Jahr gegessen habe. Großes Ruhrpott-Ehrenwort. Und jetzt hier bloß kein Mimimimimi wegen der Preise. Das Preis-Leistungs-Verhätnis stimmt. Nochmal: großes Ruhrpott-Ehrenwort! Und der Rest ist Schweigen.
Naja, eine kleine Weisheit geht noch:
Merke I: Vielleicht demnächst mal vorm Tatort-Gucken im Tatort einkehren?!
Merke II: Am 15.+16.6. findet auf Zeche Zollverein
der Designermarkt "Handverlesen" statt.
Merke III: Bloggerin Inga braucht Hilfe!
Und hat den Mut, hier darum zu bitten.




































